Was ist eigentlich AMP – und wer braucht es?

Accelerated Mobile Pages – kurz: AMP – sollen helfen, die Ladezeiten von Internetseiten auf mobilen Endgeräten zu verbessern. Google hat hierzu die Vision, das mobile Surfen für Smartphone und Tablet-User verbessern zu wollen.

Mit AMP sollen mobile Webseiten „schlanker“ werden, das wird dadurch erreicht, dass bestimmte Elemente der Seite limitiert werden. In der Folge kommt es zu einem schnelleren Ladevorgang und weniger Datenvolumen, was speziell für mobile Nutzer von Vorteil ist. Im Kern funktioniert AMP folgendermaßen: Es werden nur jene Teile der Seite geladen, die direkt nach dem Öffnen sichtbar sein sollen. Im Hintergrund werden die restlichen Elemente geladen – so bleibt die Datenmenge niedrig. Das Projekt wurde von Google ins Leben gerufen und entstand im Rahmen der “Digital News Initiative” (DNI). Der Konzern versprach dabei, den digitalen Journalismus mit 150 Millionen Euro zu fördern. Heute sind bereits 160 Verlage Teil des Projekts.

Ansicht Suchergebnisse von AMP Webseiten
© Benjamin Leiberich

Verbesserte Ladezeiten sorgen für eine geringere Absprungrate

Wenn die Internetseite eine zu lange Ladezeit hat, steigt die Absprungrate. Folgt man den Zahlen von Google, so verlassen 58 Prozent der User die Seite, wenn diese länger als 3 Sekunden lädt. AMPs laden – verglichen mit mobilen Seiten – viermal schneller und tragen eine zehnmal geringere Datenlast. Setzen Publisher auf AMPs, können sie ihren Content zwischen 15 Prozent und 85 Prozent schneller auf den mobilen Endgeräten zur Verfügung stellen. Zudem erhalten AMP erstellte Seiten auch ein besseres Search Ranking. Dieser Umstand wirkt sich wiederum positiv auf den Verbreitungsgrad auf. Zu beachten ist, dass AMPs eigentlich das Pendant zu Instant Articles von Facebook darstellen. Jedoch gibt es einige Unterschiede: Google setzt auf den Open Source; Quellcode und Code-Beispiele stehen frei zur Verfügung. Zudem bleiben die Verlage, die bei der Initiative teilnehmen, im Besitz ihrer Inhalte, da sie auf dem Server bleiben. Google speichert nur eine Cache-Datei des Artikels ab.

Wer ist Teil des Projekts?

Derzeit beteiligen sich um die 30 internationalen Medienhäuser. Auch die “FAZ” und “Zeit Online” sind – seit dem Projektstart – dabei. Zu den deutschen Google-Partnern gehören auch “Sport 1”, “T-Online.de” und “Spiegel Online”. Auch “Welt” und “Bild” sind mit dabei, auch wenn sie aus dem Google-kritischen Axel Springer-Haus stammen. Des Weiteren konnte Google auch zahlreiche Technologieunternehmen gewinnen. Jene kümmern sich um die Entwicklung von Werbeformaten und Reichweitenmessungen.

Mit AMP geht das mobile Surfen merklich scnheller
© pixabay.com

Wer profitiert

Folgt man den Angaben von Google, so eignen sich AMPs für alle “Ökosystem-Teilnehmer”. Dazu gehören Publisher, Konsumenten-Plattformen und auch Entwickler. AMPs begeistern vor allem auch namhafte Medienhäuser. So sind auch der “Guardian” oder die “New York Times” mit von der Partie. Natürlich ist das keine große Überraschung: Smartphones und Tablets werden immer beliebter; heute wird nicht mehr die Zeitung abonniert, sondern auf dem Weg in die Arbeit die jeweilige Online-Seite mit dem Smartphone aufgerufen. Schon 2015 verbuchten deutsche Nachrichtenseiten einen mobilen Traffic von knapp 40 Prozent. Zahlen, die demnächst steigen werden. Hier ist natürlich jedes einzelne Medienhaus gefragt: Wer seine Ladezeiten nicht verbessert, muss mit einer erhöhten Absprungrate rechnen; in weiterer Folge werden die Nutzer andere Nachrichtenseiten aufrufen, sodass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis der Online-Dienst gar keine Gewinne mehr abwirft oder alles daran gesetzt wird, die Ladezeiten der jeweiligen Seiten zu verkürzen.

Auch für Privatpersonen und kleine Blogs interessant?

Wer ein Unternehmen führt oder eine Marke vertreibt, wird natürlich hoffen, dass seine Produkte über Google gefunden werden. Wäre also ein Unternehmer, der über die Suchmaschine gefunden werden will, ein Kandidat für Accelerated Mobile Pages? Ja. Vor allem profitieren Unternehmer, die einen Online-Shop betreiben oder E-Commerce-Player – wie etwa Amazon – sind. Natürlich sind auch hier die schnellen Ladezeiten und eine gute User-Experience von Bedeutung.

Kürzere Ladezeiten sorgen für ein verbessertes Ranking

Natürlich spielen Ladezeiten auch beim Ranking eine wesentliche Rolle. Ein besseres Ranking bedeutet wiederum mehr Kunden; am Ende entsteht ein Kreislauf, der nur dann läuft, wenn die Homepage mit kurzen Ladezeiten überzeugt. Wer eine Seite betreibt, ganz egal, ob es sich um einen Online-Shop oder gewöhnlichen Blog handelt, sollte darauf achten, dass die Seite – wenn sie über mobile Endgeräte aufgerufen wird – keine langen Ladezeiten aufweist.

Bitte bewerten Sie meinen Beitrag

Alexander Jungwirth ist Webentwickler bei einem Ingolstädter Verlagshaus und ist Inhaber der Firma Webdesign Manching. Seine Leidenschaft ist HTML, seine Passion PHP, seine Hingabe CSS und seine Inbrunst jQuery. Alexander lebt in Manching mit seiner liebevollen Frau und seinen wunderbaren Kindern.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.